Gästezimmer und Ferienhaus im Harz
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Burgruine  Anhalt

Die Ruine der Fürstenburg Anhalt befindet sich auf dem Großen Hausberg über dem südlichen Selkeufer. Sie war Stammburg der Askanier. Bemerkenswert ist die frühe Verwendung des Backsteins im mitteldeutschen Raum. Erhalten geblieben sind Gebäudereste, der Stumpf des Bergfried und der Ringgraben.

Zur Geschichte der Burg Anhalt:

Mit der Niederlage des kaiserlichen Heeres gegen die sächsischen Fürsten 1115 bei Welfesholz brach die Reichsrepublik im Harzgebiet vorerst zusammen. Binnen zwanzig Jahren hatten die aus dem Vorlande andrängenden Patikulargewalten den früheren Reichsbannforst okkupiert und unter sich verteilt.
Um 1120 errichtete Graf Otto der Reiche von Ballenstedt die Burg Anhalt; zur selben Zeit gründete Burchard der Jüngere von Konradsburg als Ersatz für seine ebenfalls zum Kloster verwandte Burg den Falkenstein.
Bei den Burgengründungen floß das Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit auf weniger leicht zugänglichen Berglagen in jenen von Machtkämpfen durchtobten Zeitläufen mit den Bestrebungen zusammen, Anteile des herrenlos gewordenen Reichsgutes zu erlangen und zu behaupten.
Die Gründungsanlage der Burg Anhalt bestand aus einem massiven Ringturm im Zentrum sowie vermutlich hölzernen Gebäuden, die keine Spuren hinterlassen haben. Zu ihr gehörte als Nebenburg die "Kleine Anhalt" auf dem Kleinen Hausberg, die nur drei  Wallreste am Westhang der Kuppe hinterlassen hat. Beide Burgen sind 1140 in den Kämpfen Albrechts des Bären um das Herzogtum Sachsen von Anhängern Heinrich des Löwen - Erzbischof Konrad von Magdeburg und Pfalzgraf Friedrich von Sommerschenburg - zerstört worden.
Die Burg Anhalt hat Albrecht der Bär nach 1150 als zweiteilige annähernd ovale Burg neu errichten lassen. Sie hatte die Größe und Pracht der Wartburg. Die Grabungen 1902 - 07 haben den Stumpf des runden Bergfrieds, einen langgestreckten, aus Backstein gemauerten Palas mit Fensterarkaden und ein starkes, einst übertürmtes Kammertor mit der daneben befindlichen Kapelle freigelegt. Im 13. Jh. wurde ihr ein zweiter Zwinger mit Unterburg, zwei weitere Tore und einen Ringgraben am Berghang hinzugefügt.
Die Burg Anhalt stellte eine Machtkonkurrenz zur Burg Falkenstein dar. Die Konradsburger, die sich nach der Burg von Falkenstein nannten, waren treue Parteigänger des Kaisers und insbesondere mit den Ballenstedtern verfehdet.
Zur Burg Anhalt gehörte das Dorf Ohn Holt (gen. 1311). Ohn Holt soll soviel heißen wie "Ohne Holz" und weißt auf die damals einsetzende Steinbauweise hin. Es Lag auf der Harzhochfläche in Richtung Wilhelmshof. Die Grundmauern der romanischen Kirche und einige der Hofstätten und -brunnen sind noch heute im Waldgelände wahrzunehmen.
Als nach dem Aussterben der Ascherslebener Linie der Fürsten von Anhalt (1315)  Teile des Burgbezirkes und zuletzt die Burg selbst verpfändet und weiterverpfändet wurden , ging das Dorf im 15. Jh. ein; seine Bewohner zogen nach Harzgerode. Die Burg, ihrer Funktion und ihres wirtschaftlichen Hinterlandes beraubt und von den Pfandinhabern vernachlässigt, verfiel und ist seit ca.1500 Ruine.



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